Gesellschaftsfragen

Ein Patron für Skeptiker

Ein Nachruf auf den Erziehungswissenschaftler Hermann Giesecke

von Michael Felten*

(29. Januar 2022) Erstmals begegnet bin ich ihm vor einem Vierteljahrhundert: Der linksliberale Erziehungswissenschaftler stand kurz vor der Pensionierung und begann, sich mit dem pädagogischen Zeitgeist anzulegen; ich war gemeiner Gymnasiallehrer, der erste Routine gewonnen hatte und nun Zeit fand, über Irrungen und Wirkungen reformpädagogischen Denkens in der Regelschule zu staunen.

Wenn Bildungsreformen die Bildungsschere weiten

von Carl Bossard*

(21. Dezember 2021) Bildung erzeugt immer Differenz. Das ist so. Und gleichzeitig muss die Schule für Chancengleichheit sorgen. So will es der Auftrag. Doch wie weit wird er durch die aktuelle Reformwelle erschwert?

Energiewende

Windkraft – nur heisse Luft?

Ueli Gubler* im Gespräch über die Schweizer Energiewende

(14. Dezember 2021) Viele Regierungen, unter anderem auch diejenige der Schweiz, haben sich auf Grund der vorausgesagten Klimaerwärmung dazu entschieden, den CO2-Ausstoss im Land zu minimieren. Es wird davon ausgegangen, dass der menschengemachte CO2-Ausstoss Grund für einen prognostizierten Temperaturanstieg der Erde ist.1

Organspende: Die Bürger sollen entscheiden können

von Christian Gurtner, Redaktor der Zeitschrift «saldo»*

(30. November 2021) Organspender müssen heute explizit ihr Einverständnis geben. Künftig soll schon Schweigen als Zustimmung gelten. So wollen es Bundesrat und Parlament. Nun hat sich ein Referendumskomitee formiert: Die Stimmbürger sollen das letzte Wort haben.

«Die Volksschule kann sich die Absenz der Männer nicht länger leisten»

von Hanspeter Amstutz*

(29. November 2021) Der Lehrermangel in der Volksschule droht chronisch zu werden, wie ein Blick auf die steigenden Schülerzahlen der nächsten Jahre zeigt. Zwar treten mehr Studierende als je zuvor in eine Pädagogische Hochschule ein, doch die Tendenz zu Teilzeitanstellungen und die zu grosse Zahl vorzeitiger Abgänge aus dem Schuldienst sorgen für eine höchst angespannte Lage auf dem Stellenmarkt. Zeiten des Lehrermangels gab es immer wieder, doch die aktuelle Situation ist in zweierlei Hinsicht anders.

«Wie die Pandemie die Normen der Wissenschaft verändert»

Gebote wie Skeptizismus und Uneigennützigkeit werden über Bord geworfen, um einen politischen Krieg zu schüren, der nichts mit wissenschaftlicher Methodik zu tun hat.

von John P. A. Ioannidis*

(29. November 2021)In der Vergangenheit habe ich mir oft sehnlichst gewünscht, dass eines Tages alle Menschen leidenschaftlich und begeistert von der wissenschaftlichen Forschung sein würden. Ich hätte vorsichtiger sein sollen mit dem, was ich mir gewünscht habe. Die durch die tödliche COVID-19-Pandemie ausgelöste Krise und die Reaktionen auf diese Krise haben bei Milliarden von Menschen weltweit ein akutes Interesse an der Wissenschaft geweckt und sie überreizt.