Gesellschaftsfragen

Assange-Archiv

Warum physische Archive wichtig sind in einer Zeit, in der die Wahrheit verschwindet

«Wer die Vergangenheit kontrolliert, kontrolliert die Zukunft.» – George Orwell

von «Julian Assange Archive e.V.»

(3. Juli 2026) (CH-S) 2024 wurde der unerschrockene australische Investigativjournalist Julian Assange aus dem Londoner Belmarsh Gefängnis entlassen.1 Er hatte US-amerikanische Kriegsverbrechen aufgedeckt. Seit 2010, dem Jahr seiner unrechtmässigen Verhaftung, hatten sich weltweit Menschen unermüdlich dafür eingesetzt, dass er nicht in Vergessenheit geriet. Sie standen vor Botschaften und Gerichten, organisierten Proteste, schrieben Briefe, hielten Mahnwachen und sprachen auch noch über seinen «Fall», als dieser aus der Öffentlichkeit praktisch verschwunden war. Das «Assange-Archiv» dokumentiert diese Bemühungen und führt uns die Bedeutung der physischen Erinnerung vor Augen. Was nur digital vorhanden ist, kann gefälscht oder gelöscht werden – Gegenstände in einem Archiv sind «lebendige» Geschichte.

Jean Ziegler – Der Mensch, der nicht wegsehen wollte

von Sabiene Jahn*

(26. Juni 2026) Jean Ziegler ist tot. Ein ungewöhnlicher Podcast-Nachruf von Tahir Chaudhry** erinnert an einen grossen Schweizer Menschenrechtler und an eine fast verlorene Form moralischer Radikalität. Den Mut, Hunger, Ausbeutung und Gleichgültigkeit beim Namen zu nennen.

SRF-«Meinungsteppich»

Einseitige Berichterstattung über US-Ramstein Air Base in Deutschland

von Helmut Scheben*

(19. Juni 2026) Der US-Stützpunkt sei ein Segen für Deutschland, verbreitet das Nachrichtenmagazin «Echo der Zeit» des öffentlich-rechtlichen Schweizer Radios (SRF). Die Botschaft tönt wie eine Nato-Medienmitteilung.

«Diese Jugendlichen feiern nicht miteinander. Sie bauen nichts auf. Sie verteidigen keine Idee. Sie zerstören.»

von Marie-Estelle Dupont,* Frankreich

(19. Juni 2026) (CH-S) Frankreich kennt seit längerem gewalttätige Ausschreitungen nach Grossveranstaltungen, auch wenn zum Beispiel ein Fussballspiel für die französische Mannschaft erfolgreich verlaufen ist. Landesweit waren vor kurzem 22 000 Polizisten im Einsatz, Hunderte von Randalierern wurden verhaftet, es gab viele Sachbeschädigungen und Verletzte.

Die Digitalisierung des Unterrichts hat eine Generation mit eingeschränkten geistigen Fähigkeiten hervorgebracht

von Norbert Häring,* Deutschland

(12. Juni 2026) US-Schulen geben bereits zehnmal soviel für digitale Lernsoftware und Hardware aus als für Lehrbücher. Statt dass dies, wie versprochen, den Lernerfolg der Schüler gesteigert hätte, ist dieser gesunken. Eine Analyse der PISA-Ergebnisse bestätigt, dass der Lernerfolg mit steigender Bildschirmzeit in der Schule abnimmt.

Das Verschwinden der Lehrer – ein Stück in vier Akten

von Christine Staehelin*

(5. Juni 2026) Lehrer verkörpern die Sache. Sie stehen für die Inhalte ein. Es ist ihre Aufgabe, Kultur und Tradition weiterzugeben, damit Neues entstehen kann. Dies erfordert neben dem Wissen vor allem pädagogische sowie methodisch-didaktische Fähigkeiten. Lehrer können grosse Vorbilder sein oder das Gegenteil. Sie können ermutigen oder entmutigen, ernst genommen oder lächerlich gemacht werden. Als Gegenüber im pädagogischen Kontext spielen sie immer eine Rolle, doch diese ist in den letzten Jahrzehnten zunehmend von der Bühne gedrängt worden. Wir bringen den Beitrag von Christine Staehelin, den sie an der Medienkonferenz der Gruppe Bildungswende gehalten hat.